12. Februar 2019

Unternehmen beweisen Verantwortung

Nachhaltigkeits-Zertifikat gewinnt an Bedeutung

Verbraucher legen einen hohen Wert auf Nachhaltigkeit beim Schmuck- und Uhrenkauf, wie eine Umfrage der INHORGENTA MUNICH (22. bis 25. Februar) zeigt. Verantwortungsvolles Handeln ist deswegen eines der zentralen Themen auf dem Branchentreffen der Schmuck- und Uhrenindustrie. Nun soll kleineren Unternehmen geholfen werden, sich erfolgreich um das weltweit anerkannte Nachhaltigkeits-Zertifikat des Responsible Jewellery Council (RJC) zu bewerben.

Nachhaltigkeit spielt einer Umfrage der INHORGENTA MUNICH zufolge in der Schmuck- und Uhrenindustrie eine zentrale Rolle. Auf die Frage, welches die bewegenden Themen der Branche in den kommenden Jahren sein werden, gaben 45 Prozent der Befragten „ökologische Nachhaltigkeit“ und 43 Prozent „Fairer Handel“ an. Befragt wurden 2.074 Aussteller und Besucher der Branchenmesse. „Schmuck und Uhren sind etwas sehr Persönliches. Kundinnen und Kunden möchten diese Produkte mit einem guten Gewissen tragen. Sie stellen deswegen auch zunehmend Fragen nach der Nachhaltigkeit in der Herstellung“, sagt Projektleiterin Stefanie Mändlein.

Eine neue Partnerschaft soll nun dazu beitragen, dass Unternehmen ihr nachhaltiges Handeln auch mit einem offiziellen Prädikat nachweisen können. Der Bundesverband Schmuck und Uhren (BVSU) wird auf der INHORGENTA MUNICH eine strategische Partnerschaft mit dem Responsible Jewellery Council (RJC) bekanntgeben, eine international anerkannte Organisation zur Standardsetzung und Zertifizierung. Unternehmen mit einer RJC-Zertifizierung verpflichten sich zu Mindeststandards entlang der gesamten Lieferkette bezüglich Unternehmensethik, Ökologie, Managementsystemen sowie gesellschaftlicher Verantwortung.

„Nachhaltigkeit entlang der gesamten Lieferkette nachweisen zu können ist aufwendig und häufig nur von großen Unternehmen zu stemmen. Die Partnerschaft des BVSU mit dem RJS soll es nun gerade den zahlreichen kleinen Unternehmen ermöglichen, sich ihrerseits erfolgreich um eine Zertifizierung zu bemühen“, sagt“, sagt Dr. Guido Grohmann, Hauptgeschäftsführer des BVSU.

Der RJS begrüßt die Zusammenarbeit. „Consumers expect more responsible business practices in the jewellery industry today, especially in relation to the protection of environment and people“, sagt Edward Johnson, Director Business Development des RJC. Inzwischen sind weltweit über 1.000 Unternehmen RJC-zertifiziert und garantieren damit ethische, soziale und ökologische Standards.

Kunden werden für Nachhaltigkeit sensibilisiert
Mehrere Aussteller auf der INHORGENTA MUNICH können bereits eine RJC-Zertifizierung vorweisen, die Lifestyle Group GmbH beispielsweise seit 2017. „Da wir ohnehin bereits vorher starken Wert auf Nachhaltigkeit in der Arbeitsweise und Lieferkette gelegt haben, lag es nahe, dies auch offiziell zertifizieren zu lassen, um in der Außenwirkung darauf hinzuweisen und unsere Partner für dieses Thema zu sensibilisieren“, erklärt deren Geschäftsführer Florian Metz. Mit dem Zertifikat komme man auch einem Kundenbedürfnis nach, erklärte Dr. Michael Stoermer, Vorstandsvorsitzender der ebenfalls ausstellenden Dr. Bernhard Burger AG. „Es ist nicht mehr nur relevant, wie der Unikatschmuck aussieht, sondern auch, woher die Materialien stammen und ob sie auf eine nachhaltige und umweltschonende Weise gewonnen wurden.” Auf der INHORGENTA MUNICH ist auch die Allgemeine Gold- und Silberscheideanstalt AG (Agosi) aus Pforzheim vertreten, die 2009 als erstes deutsches Unternehmen das RJS-Zertifikat erhielt.

Die INHORGENTA MUNICH 2019 hat zum Thema Nachhaltigkeit in der Schmuck-, Uhren- und Edelsteinbranche einen Film veröffentlicht:
https://videos.messe-muenchen.de/de/detail/BCzeS974PMhND-1Lsd8shU

Der BVSU lädt zu einem Pressegespräch zu diesem Thema am 22. Februar (15:30 – 16:30 Uhr, Halle B1, Stand 449/463).