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02.2007
Die erste Uhrenfabrik in Bayern steht
Aller Anfang ist schwer – so stellte sich nach der Findung eines geeigneten Grundstücks für die erste Münchner Uhrenfabrik die Frage, wie soll so ein Gebäude aussehen, was macht eine Uhrenproduktion aus, wie unterscheidet sich Chronoswiss von anderen – und nicht zuletzt, wie lässt sich die Corporate Identity des Unternehmens optimal umsetzen?

Das neue Gebäude sollte Entwicklung, Produktion, Verkauf, Marketing und Versand unter einem Dach organisieren. Zentrum des Ganzen musste das Uhrmacherhandwerk werden. So entwickelte sich die Idee, die Werkstatt in die Mitte, der so genannten Belletage, mit den größten Fensterfronten einzubetten, die „dienenden“ Funktionen im Erdgeschoss unterzuordnen. Für das Zeitlose und die Langlebigkeit stehen die Materialien Ziegel, Cotto, Aluminium, Kupfer und Glas, Eiche, Solnhofer Schiefer und Gips.

Der Bau folgt der Logik eines Uhrwerkes.

Um das Herz der Uhrmacherei mit den Räumen der beiden „Köpfe“ Gerd-R. Lang und Natalie Lang schließen sich im Erdgeschoss Verkauf, Marketing und Versand, im Süden die zweigeschossige Eingangshalle mit Empfang und Lounge; und ein offener Raum für Präsentationen in Dachgeschoss. Ebenso in der obersten Etage befindet sich die Bibliothek und Mitarbeiter-Cafeteria. Für Gäste gibt es zwei kleine Appartements.

Zentraler Bestandteil des Objektes ist die Treppen-Rotunde, die das Uhrenmuseum beinhaltet. An der Innen- und Außenseite sind 60 Schaukästen in Augenhöhe eingelassen, die den Betrachter harmonisch durch wechselnde Ausstellungen leiten. Im Untergeschoss, einsehbar durch einen Glasboden, löst sich die Rotunde in einer Aufstellfläche für einen Oldtimer auf, im Obergeschoss entflieht sie dem runden Oberlicht. Dieser Dreh- und Angelpunkt könnte der Ankerachse einer Uhr entsprechen.

Die klare harmonische Maßordnung des Hauses entspricht der eines antiken griechischen Tempels in den Proportionen 3:5. In der Basis betrifft dies den Grundriss, 5 Längsachsen entsprechen demzufolge 3 Querachsen, konsequent weitergeführt wird dies in den Giebelachsen, dort liegt das Verhältnis fünf Module in der Breite zu drei Modulen in der Höhe. Dies trifft auch auf die verwendeten Steine zu.

Die Schale des Baus besteht aus einem wärmedämmenden Ziegelmauerwerk, nur durch wenige Stahlbetonstützen getragen. Die Außenfassade verkleidet mit Terracotta. Im Kern sind die Wände durch Stahlstützen, die an Hochöfen in der Stahlverhüttung erinnern, aufgelöst. Oberlichten und große Fensterfronten sorgen für die nötige Transparenz.

Ein verborgenes Highlight der Uhrenfabrikation ist die zukunftsweisende, umweltfreundliche und nicht zuletzt wirtschaftliche Haustechnik. Mittels Wärmepumpe wird der Umwelt Energie entzogen und dem System zugeführt. Über einen Wärmeaustauscher mit Verflüssiger und Verdampfer kann je nach Bedarf geheizt oder gekühlt werden.

Das Uhrenmuseum als Mittelpunkt des Gesamtkonzeptes kommt bis in die Außenanlage zum Tragen. Zieht man mit dem virtuellen Zirkel einen großen Kreis darum, so umschließt er die Palladio-Treppe des Haupteingangs ebenso wie die runde Eingangstüre (siehe Planskizze). Sichtbar wird der Kreis durch hochwertigen Granit in den Außenanlagen. Von oben betrachtet, kommt es dem Zifferblatt des Régulateurs, der Visitenkarte des Hauses, nahe.

Mit diesem Konzept hat Chronoswiss in Karlsfeld Maßstäbe gesetzt. Mit der gelungenen Verbindung von Tradition und Moderne entstand ein Haus, das lang(e) Zeit und Generationen überdauern möge.
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